Krümel will nicht schlafen

Krümel will nicht schlafen. Schon den ganzen Tag tut er sich damit schwer. Loslassen. Sich fallen lassen. Alleine auf eine Reise gehen. Ganz ohne Mama oder Papa. Und das Allerschlimmste: Man könnte ja etwas verpassen. Krabbeln lernen zum Beispiel. Da wird in den letzten Tagen schon fleißig geübt. Aber jetzt einfach die Augen zumachen und sich ins Traumland verabschieden? Nicht mit Krümel. Und während der Papa geduldig und liebevoll mit dem Kleinen in der Trage noch spätabends durch die Wohnung spaziert, sitzt Mama am Computer und haut in die Tasten. Stressverarbeitung oder sowas Ähnliches. Denn der Tag war lang. Lang für Mama und Krümel.

Volle Akkus

Um acht Uhr in der Früh war Schluss mit schlafen. Eine Stunde, dreimal abhalten und zwei Pipi-Unfälle später liegen Mama und Krümel wieder im Bett – eine zweite Runde Schlaf? Nein. Fleißig wird im Familienbett das Robben praktiziert, während Mama mit dem Sekundenschlaf zu kämpfen hat. Wiederum eine Stunde später gibt Letztere auf. Auch an den Mittagsschlaf ist später nicht zu denken. Und so langsam kippt auch die Laune. Krümel wird quengelig, die Augen zunehmend kleiner. Immer wieder lässt Krümel seinen kleinen Kopf auf den Boden sinken, schließt für einige Sekunden die Augen, reibt sein Gesicht am Boden umher. Das Ganze wiederholt er ein paar Mal und oh Wunder: Die Akkus sind wieder voll aufgeladen. Mit einem Freudenschrei geht es weiter, der Popo wird wieder hochgedrückt und die Beine durchgestreckt. Woher kommt nur diese Energie? Bis zum frühen Abend geht das so. Nur für eine knappe Stunde musste sich Krümel dann zwischenzeitlich doch einmal ins Traumland verabschieden. Die restliche Zeit wurde aber mit Sinnvollem verbracht: Viel Robben, Quatsch machen, und Mama durch die Wohnung dirigieren. Und mit Papa geht es dann nach Feierabend gleich genau so weiter.

Immer noch wach

Es ist 20.30 Uhr und Krümel ist wach. Immer noch. Mal abgesehen von der Stunde am Nachmittag hat der kleine Mann tagsüber nicht wirklich geschlafen. Und dabei schlafen Babys mit vier Monaten angeblich rund 16 Stunden täglich. Angeblich. Krümel schläft im Durchschnitt gerade einmal 13 Stunden. Das ist soviel wie Babys mit rund einem Jahr nur noch schlafen. Die reichen aber scheinbar, um die restliche Zeit derart fit und munter zu sein. Für Krümel gibt es einfach Wichtigeres als zu schlafen. Die Welt ist spannend und wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Und dabei tun Mama und Papa doch alles, um Krümel den Eintritt ins Traumland so leicht und angenehm wie möglich zu machen. Lange abendliche Spaziergänge zu dritt, ausgiebiges Stillen im Familienbett, leise Einschlafmusik im Hintergrund und natürlich viel Kuscheln. Nicht zu vergessen das Spazieren mit Trage durch die Wohnung. Ab und an reicht quasi schon der Gedanke an eines von diesen Dingen und Krümel ist sogar noch auf seiner Spieldecke am Boden weggenickt. Manchmal aber hilft auch nichts davon. Heute ist manchmal. Nach dem gefühlt hundertsten Still-Versuch, der musikalischen Dauerschleife im Hintergrund und Papas unermüdlichen Spaziergängen in der Wohnung sind die Akkus leer. Jedenfalls die von Mama und Papa.

Ein Bedürfnis nach Nähe

Auch wenn das abendliche Einschlafritual derzeit immer häufiger von bitterlichen Tränen begleitet wird, tun Mama und Papa alles, damit Krümel glücklich einschlafen kann. Das Baby allein in einem Bett, sogar allein in einem Zimmer zurückzulassen und es seinem Schreien zu überlassen, das kommt jetzt nicht und wird auch nie in Frage kommen. Ein Baby muss nicht lernen, alleine einzuschlafen. Dazu ist es auch gar nicht fähig. Babys brauchen Liebe, Nähe, Bindung und uns. Natürlich hört jedes Baby irgendwann auf zu schreien, wenn auf sein Bedürfnis nicht eingegangen wird. Es ergibt sich dann einfach der Situation. Warum sollten Babys auch alleine (ein-) schlafen können? Die Natur hat das jedenfalls nicht vorgesehen. Babys brauchen Sicherheit und die finden sie nun einmal bei Mama (und Papa). Und mal ganz ehrlich: Die Meisten von uns schlafen doch tatsächlich lieber eng an den Partner gekuschelt ein, als ganz allein in einem anderen Zimmer, oder?

Ein letzter Versuch

Papa muss abgelöst werden. Krümel findet keinen Gefallen mehr an den Spaziergängen durch die Wohnung. Das gibt er lauthals zu verstehen. Mama muss wieder her. Szenenwechsel. Zu dritt geht es in das Familienbett, ein letzter Versuch, Krümel in den Schlaf zu stillen folgt. Durch das halboffene Fenster scheint der Mond in das Schlafzimmer hinein, von draußen hört man die schweren Regentropfen zu Boden fallen. Im Familienbett kehrt langsam Ruhe ein. Krümel schmatzt schimpfend vor sich her. Die Augen werden immer kleiner, die Bewegungen immer langsamer. Mit einem letzten Seufzer verabschiedet sich Krümel ins Traumland. Und Papa kurze Zeit später mit ihm. Während Mama ihre beiden schlafenden Männer betrachtet, weiß sie, dass auch sie ihnen schnell ins Traumland folgen sollte, denn eines steht fest: Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Wie das mit dem Einschlafen dann doch noch geklappt hat, könnt ihr hier nachlesen.

Ein Kommentar zu „Krümel will nicht schlafen

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