Von Lieblingsspielzeug, schlechten Geschenken und Plastikexplosionen

Noch bevor das Baby überhaupt da ist, geht es bereits los. Die ersten Spielzeuge trudeln als Geschenke ein. Eigentlich ein sehr schönes Erlebnis. Aber noch beim Auspacken wandern die Augenbrauen bei einigen Geschenken hoch, der Gedanke „Das hätte ich mir aber nicht ausgesucht“ folgt Sekunden später. Ja, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Und Nicht-Eltern wissen manchmal nicht, was sinnvoll ist und was überflüssig (das gilt für gestandene Eltern übrigens ab und an auch). Gut gemeint ist es aber eigentlich immer. Nur was macht man mit den Geschenken für den Nachwuchs, wenn sie einem selbst so gar nicht gefallen? Oft sind die Kleinen ja noch viel zu klein, um selbst zu entscheiden, ob das Geschenk bleibt oder weiterverschenkt wird.

Plastik- vs. Holzspielzeug: Was darf es sein?

Uns war von Anfang an klar, dass wir beispielsweise Plastikspielzeug so gut wie möglich vermeiden möchten. Nicht unbedingt aus Umweltgründen (aber auch), sondern weil uns das Meiste davon einfach nicht gefällt. Heutzutage muss Spielzeug ja unbedingt blinken, leuchten, glitzern, summen, vibrieren und viel zu laute Melodien und Geräusche von sich geben. Das soll jetzt nicht heißen, dass sich keinerlei Plastikspielsachen bei uns im Wohnzimmer befinden, nur eben in Form von unauffälligeren Versionen. Denn wir finden: Weniger ist mehr. Schon vor Krümel haben wir uns mit skeptischem Blick heimlich Blicke zugeworfen, wenn wir solche knallbunten Plasikexplosionen bei anderen sahen. Das wollten wir für unser Kind nicht. Kinder lernen unsere Welt wortwörtlich kennen – mit allen Sinnen. Reizüberflutungen kann und sollte man auch in der Spielzeugkiste im ersten Jahr weitestgehend verhindern. Dabei muss die Alternative zu diesen Plastikexplosionen nicht immer gleich und bedingungslos Holz sein (wobei das natürlich auch schön ist). Es gibt zum Beispiel auch tolle Spielsachen aus Stoff, die dann auch super zum Reinigen sind (und ab in die Waschmaschine!). Ansonsten sind aber natürlich die Sachen von Mama und Papa super spannend. Alltagsgegenstände (und sei es nur der Wecker) gewinnen eben jedes Duell, so viel ist sicher!

Was gefällt, bestimmt immer noch der Nachwuchs

Auch Krümel hat mit seinen wenigen Monaten schon länger ein absolutes Lieblingsspielzeug: Seine Holzringe! Mit diesen ineinander verschlungenen hellen Holzringen, wovon einer mit drei dicken, bunten Holzkugeln verziert ist, kann sich Krümel eine gefühlte Kleinkindewigkeit selbst beschäftigen. Da robbt er dann über den Spielteppich hinweg, quer durch die ganze Wohnung und versucht fieberhaft und mit jeder Menge Gebrabbel diese beiden Ringe von einander zu trennen. Bislang noch ohne Erfolg. Aber aufgegeben wird nicht! Und die Eltern freuen sich, dass ausgerechnet dieses (Öko-) Spielzeug beim Nachwuchs so gut ankommt. Denn auch wenn wir Erwachsenen uns vorher genau überlegen, wie was gemacht wird und wie was zu sein haben soll, ist es doch letztlich immer noch der Nachwuchs, der seinen Kopf durchsetzt. Da nutzt das schönste Holzspielzeug nicht, wenn es ohne eines Blickes gewürdigt einsam am Boden liegt und die Kleinen erbarmungslos über es hinweg krabbeln und nach etwas anderem lechzen. Planen lässt sich in der Schwangerschaft und vor der Geburt viel, aber was wirklich umgesetzt wird, das merkt man dann eben erst, wenn die Kleinen da sind (So wie das mit dem Thema Windelfrei bei uns war – wollten wir auch nicht, aber Krümel hat uns dazu gebracht). Umso mehr freuen wir uns jetzt aber, dass Krümel seine Holzspielsachen so sehr liebt. Gekauft haben wir die Holzringe (und viel anderes) übrigens im Werkstattladen der Barmherzigen Brüder in Algasing. Dort stellen behinderte Menschen eine Reihe von tollen Sachen selbst her und verkaufen diese in dem kleinen Laden. Eine tolle Qualität, schöne Produkte, die mit jeder Menge Liebe gefertigt werden und das alles auch noch für einen guten Zweck! So lässt sich Spielzeug gerne und mit gutem Gewissen kaufen.

Darf man ein Geschenk weiterverschenken?

Was ist nun aber mit Spielzeug, das in Form eines Geschenks Einzug in das Kinderzimmer gefunden hat, aber einem doch so gar nicht gefällt? Eigentlich sagt Knigge manierhalber dazu, dass man Geschenktes nicht weiterverschenken darf. Das wäre ja unhöflich. Aber hat der Nachwuchs (und der, der es verschenkt hat) wirklich etwas davon, wenn Spielzeug im Regal verstaubt? Und überhaupt: Entscheiden nicht immer noch die Eltern, was bleibt und was weg muss? In einem anderen Artikel habe ich darüber geschrieben, dass wir 22 Spielzeugrasseln geschenkt bekommen haben (kann man übrigens hier nachlesen). Anfangs war ich mir sicher, dass wir davon die meisten überhaupt nicht verwenden würden. Heute liegt so quasi in jedem Zimmer (selbst im Auto) eine dieser Rasseln herum. Klar, alle 22 haben wir nie gleichzeitig im Einsatz, aber nützlich ist es schon, sie als Ablenkungsmanöver überall einsetzen zu können. Andererseits haben wir auch Geschenke zur Geburt bekommen, da war gleich klar, das brauchen wir nicht und das schenken wir weiter. So zum Beispiel eine Packung Windeln. Wir praktizieren ja Windelfrei und versuchen, so gut wie möglich auf Verpackung am Hintern des Kleinen zu verzichten. Also haben wir uns nicht wahnsinnig über diese geschenkten Windeln gefreut. Und dann waren sie aber auch noch eine Nummer zu klein. Also wirklich nicht zu gebrauchen. Jede Mama und jeder Papa weiß, dass zu kleine (und im Notfall wirklich volle) Windeln keine Option sind. Nie. Also haben wir nett gelächelt, uns bedankt und die Packung später weitergegeben. Tut niemandem weh eigentlich, oder? Klar, auf die Nase werden wir es der Person auch nicht binden, war ja eine gute Absicht dahinter. Letztlich lässt sich festhalten: Geschenktes soll von Herzen kommen und eine Freude bereiten. Und Spielzeug soll vor allem immer noch eines: Spaß machen!

Übrigens: Mit diesem Beitrag habe ich bei einer Blogparade mitgemacht. Was das ist und worum es genau geht, könnt ihr hier nachlesen.

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