Windelfrei im Urlaub

Windelfrei im Urlaub? Kann das klappen? Klar, warum denn auch nicht? Natürlich ist im Urlaub mit Baby alles ein bisschen anders als daheim in den gewohnten vier Wänden. Aber euer Baby füttert ihr im Urlaub doch genauso, ihr wascht und pflegt es ebenso und ihr bringt es auch jeden Abend ins Bett. Warum also eine Ausnahme bei seinen Ausscheidungen machen? Wenn ihr Windelfrei bisher praktiziert habt, dann spricht nichts dagegen, das wie gewohnt auch im Urlaub weiterzumachen. Hier mal ein kleiner Erfahrungsbericht, wie das mit Windelfrei in unserem ersten Familienurlaub zu dritt so war.

Wenn auch nur als Back-up: Wie viele Windeln müssen mit?

Wir sind ja durch unsere Wochenbetthebamme zu Windelfrei gekommen und sind seitdem begeistert, wie toll das Ganze funktioniert. Nun wollten wir es wissen und haben uns in das Abenteuer Windelfrei-Familienurlaub gestürzt. Los ging es mit den Vorbereitungen. Zwei Wochen mit Baby in fremder Umgebung wollten natürlich gut geplant sein. Unglaublich, was man als Eltern da alles einpackt! Wir kannten die Location, eine Ferienwohnung von Freunden, schon aus einem früheren Urlaub und wussten daher, wie baby- und kinderfreundlich diese ist. Der absolute Hauptgewinn: Die Waschmaschine! Und trotzdem habe ich die Schubladen mit Babykleidung quasi gleich ganz in die Reisetasche umgepackt (wer ein windelfreies Baby hat, weiß, wie schnell auch die Ersatzkleidung nass sein kann). Klar war auch, dass wir alle zwölf Unterhosen von Krümel mit in den Urlaub nehmen würden. Nachdem die letzten Trainerhöschen zu klein wurden, sind wir direkt auf „normale“ Unterhosen umgestiegen, da war Krümel gerade einmal fünf Monate alt. Klappt seitdem super. Die kleine Stofftasche mit den Notfall-Wickel-Utensilien durfte natürlich auch nicht fehlen. Dann kam aber die eigentliche Frage: Nehmen wir Windeln mit? Und wenn ja, wie viele? Ganz ohne wollten wir uns wirklich nicht trauen. Vor allem, weil diese auch daheim in einigen Situationen (zum Beispiel bei Besuch) das ein oder andere Tröpfchen schon einmal auffingen. Und Windelfrei heißt ja auch nicht, dass man auf Windeln komplett verzichten muss. So wanderte also eine Packung Wegwerfwindeln mit 22 Stück als Back-up in die hinterste Ecke der Tasche. Ganz schön mutig für zwei Wochen, oder? Tatsächlich ist es Ewigkeiten her, dass wir Windeln gekauft haben. Eine Art Notfallpackung haben wir immer unter dem Wickeltisch, doch zum Glück kommt die fast gar nicht mehr zum Einsatz. Ob und wie viele Windeln von den 22 nach dem Urlaub übrig geblieben sind, wird hier am Ende noch verraten.

13 Stunden Autofahrt und die Windel sitzt

Etwa 1000 Kilometer einfache Fahrt warteten auf uns. Wir entschieden uns dafür, mit Baby die Nacht durchzufahren und waren darüber im Nachhinein doch ganz glücklich. So konnte abwechselnd einer immer hinten schlafen und musste nicht dauernd den kleinen Mann bespaßen. Der hat quasi die gesamte Fahrt verschlafen. Mit Auto ist man definitiv flexibler was das Abhalten angeht als beispielsweise im Flugzeug. So haben wir einfach ein Töpfchen und eine Rolle Toilettenpapier mitgenommen. Obwohl bei Krümel im Auto wirklich noch nie ein Missgeschick passiert ist und er sich in seinem Maxi Cosi Autositz lauthals bemerkbar macht, wenn er mal muss, zogen wir ihm doch eine Windel an. Ganz umsonst. Denn trotz 1000 Kilometer und 13 Stunden Fahrt blieb die Windel trocken. Aber auch das Abhalten im Auto, wie wir uns das gedacht hatten (einfach rechts ranfahren und Kind im Auto übers Töpfchen heben), klappte nicht. Krümel wehrte sich im Halbschlaf, obwohl er sichtbar musste. Und so blieb uns nichts anders übrig, als Krümel nachts am Straßenrand abzuhalten. Das aber dann immerhin mit Erfolg. Etwa vier oder fünf kurze Pausen haben wir so gebraucht. Die Rückfahrt lief noch glatter. Hier ließ sich Krümel sogar im Auto abhalten und auf die Windel verzichteten wir dann auch gleich.

Trockene Nächte und nasse Morgende

Vor dem Urlaub hatten wir einen nächtlichen Rhythmus von etwa zwei bis drei Stunden, in denen Krümel unruhig wird und mal muss (ein Artikel zum Thema Windelfrei in der Nacht folgt noch). Konkret bedeutet das, dass ich davon aufwache, wie Krümel sich neben mir im Familienbett hin und her wälzt. Dann ziehe ich ihm im Bett vorsichtig die Pyjamahose aus und trage ihn ins Bad, wo ich ihn über sein Töpfchen oder über die Badewanne abhalte. Der kleine Mann verschläft dies meistens komplett und pinkelt nach dem Signallaut mit geschlossenen Augen los. Und auch zurück im Bett schläft er ohne Weiteres einfach weiter. Und so geht das dann alle zwei bis drei Stunden. Übrigens ist ihm einfach eine Windel anzuziehen und ihn nachts nicht abzuhalten keine Alternative. Denn unruhig wird Krümel trotzdem, wenn ihn die Blase drückt. Spätestens wenn er deswegen weinen muss, sind wir alle wach. Da ich nach dem Abhalten auch schnell wieder einschlafe, ist das für uns kein Problem. Und deswegen wollten wir das nächtliche Abhalten so auch im Urlaub fortführen. Allerdings mit einer kleinen Änderung: Auf Rücksicht auf die Matratze unserer Gastgeber haben wir Krümel nachts eine Windel angezogen. Aber auch hier hat uns der kleine Mann wieder einmal überrascht. Direkt ab der ersten Nacht hat Krümel (durch)geschlafen als gäbe es kein Morgen. Unglaubliche 12 Stunden hat er so verschlafen, ohne das geringste Mucken oder Umherdrehen. Und die Windel war trocken! 12 Stunden kein Pipi – wir sind immer noch ratlos, wie das funktionieren konnte. Aber so war es nun einmal. Und auch die weiteren Nächte waren ruhiger als sonst. Nur ab und an hat sich der Kleine gemeldet und ansonsten seelenruhig geschlafen und wir mit ihm. Und das hat sich doch schon sehr nach Urlaub angefühlt. Einfach mal wieder stundenlang am Stück zu schlafen. Nur am Morgen fanden wir dann öfters eine nasse Windel vor. Die letzte Stunde Schlaf war meistens dann doch zu viel bzw. unser Schlaf noch zu tief.

Wasser marsch am Strand

Auch untertags war es in Sachen Windelfrei recht entspannt. Krümel hat hin und wieder Signale gegeben, zum Beispiel hat er sich in seinem Hochstuhl nach hinten geworfen und den Rücken durchgedrückt, oder wir sind einfach nach Gefühl mit ihm auf die Toilette gegangen. Natürlich gingen einige Tröpfchen auch daneben, aber hier haben wir die nassen Sachen einfach schnell in die Waschmaschine geworfen. Das hat super funktioniert. Ersatzkleidung hatten wir ja genug dabei. Zum Glück hatten wir auch noch sommerliche Temperaturen, so dass wir Krümel unterwegs draußen jederzeit abhalten konnten. Besonders lustig war es am Meer. Immer wenn wir einen Ausflug dorthin unternommen hatten und gerade wenige Minuten am Strand angekommen waren, ließ Krümel es laufen. Anfangs sah es noch nach einem Zufall aus: Krümel sieht das Meer und macht Pipi. Aber einige Ausflüge später hat sich das immer wiederholt: Wasser marsch! Und so haben wir ihn als erstes direkt einmal am Strand abgehalten. Wenn das mal nicht eine Aussicht war! Auch super praktisch war hier die UV-Schutzkleidung. Die hatte Krümel immer am Strand in Form von einem langärmligen Oberteil und einer Hose an. Und wenn darin ein kleines Missgeschick passierte, liefen die Tropfen einfach am Bein hinab. Kind säubern und trocknen, Hose wechseln und fertig. Die Notfall-Wickeltasche mit Feuchttüchern, Windeln und Ersatzkleidung hatten wir im Urlaub sowieso immer zur Hand, hatten sie aber zum Glück dann doch nur selten gebraucht. Ein großes Missgeschick ist übrigens in den gesamten zwei Wochen kein einziges Mal passiert. Und von den 22 Windeln haben wir sieben sogar wieder mitgebracht. Tatsächlich hat Krümel nur morgens eine Windel nass gemacht, der restliche Urlaub blieb doch recht trocken.

Jetzt bin ich neugierig: Wie lief bei euch der erste Familienurlaub ab? Habt ihr vielleicht auch Tipps und Tricks zum Thema Windelfrei? Dann schreibt eure Erfahrungen einfach hier in die Kommentare.

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