Im Abhaltestreik: Was tun, wenn Windelfrei nicht klappt?

Windelfrei bedeutet Kommunikation. Die Bezugsperson(en) und das Baby müssen miteinander kommunizieren. Oft hat das Baby aber gerade „Besseres“ zu tun, es hat einen Wachstums- oder Entwicklungsschub hinter sich oder steckt noch mittendrin. Dann bleibt ihm schlichtweg keine Zeit zum Kommunizieren. Und statt neuen Lieblingsmomenten mit Windelfrei ist die Hose wieder einmal nass. Meistens sind es aber Kleinigkeiten, warum Windelfrei jetzt gerade nicht so recht klappen will:

Das Baby muss gerade einfach nicht

Klar, dass das Baby genervt ist, wenn es mal wieder abgehalten wird, es aber gar nicht muss. Das sorgt für Frust auf beiden Seiten!

Je nach Tagesform kann es sein, dass das Baby gerade einfach nicht ausscheiden muss. Und das dann vielleicht auch einige Stunden am Stück lang nicht. Während die Blase in der Früh immer voll ist (hier klappt das Abhalten meistens am erfolgreichsten), müssen Babys zum Abend hin durchschnittlich deutlich seltener. Und auch ein Wachstumsschub oder die jeweilige Tagesform entscheiden darüber, wie viel Flüssigkeit der Körper benötigt und dementsprechend ausscheidet. Also einfach beobachten, intuitiv handeln und notfalls das ein oder andere Tröpfchen in der Hose verkraften.

Ein kalter Babypopo streikt

Babys mögen Kälte mindestens genauso wenig wie wir Erwachsenen. Verwendet man ein Asiatöpfchen oder ein anderes (Plastik-) Gefäß zum Abhalten, sollte man deshalb immer darauf achten, dass der Babypopo nicht in Kontakt mit der kalten Oberfläche gerät. Denn ansonsten wird das Baby relativ sicher streiken. Vor allem nachts kann so das Abhalten schnell zum Heulkonzert werden. Für Asiatöpfchen gibt es deshalb spezielle Bezüge aus Baumwolle oder Frottee, die über das Gefäß gezogen und nach Bedarf gewechselt werden.

Das Abhalten spannender gestalten

Vielleicht klappt Windelfrei momentan auch nicht, weil es das Baby schlichtweg langweilt. Es lernt gerade die Welt kennen, wird immer mobiler und auf der Toilette bleibt alles beim Alten. Abwarten und sich in Geduld üben – das ist nichts für die kleinen Entdecker! Deshalb einfach einmal wasserfestes Spielzeug (das auch herunterfallen darf und leicht gereinigt werden kann) in der Nähe deponieren und nach Bedarf anbieten. Das kann ein wasserfestes Plastikbuch sein, ein kleines Förmchen oder einfach ein aussortierter Babylöffel.

Für Abwechslung sorgen

Langeweile während dem Abhalten ist das Eine. Es kann sich auch ergeben, dass der Ort oder das jeweilige Abhaltegefäß für das Baby plötzlich nicht mehr passen. Soll heißen: „Bitte nicht schon wieder ins Badezimmer!“ oder „Nein, auf das Asiatöpfchen mag ich jetzt nicht!“. So wie Kinder von heute auf morgen ihre Lieblingsspeise partout nicht mehr mögen und dann genauso plötzlich wieder, schreien sie nicht selten nach Abwechslung beim Abhalten. Merkt man, dass das Baby unglücklich ist, sollte man es einfach einmal woanders abhalten und auch das Wie ändern. Stand bisher das Asiatöpfchen im Badezimmer ist es nun vielleicht an der Zeit, ein großes Töpfchen neben die Spielecke hinzustellen. Denn oft wollen die Kleinen ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr aus ihrer Spielwelt gerissen werden.

Die „falsche“ Person

Genauso wie die Kleinen manchmal nach Abwechslung fordern, verlangen sie vielleicht plötzlich einen festen und streng strukturierten Ablauf in Sachen Windelfrei. Auf einmal darf nur noch Mama abhalten, Papa nicht einmal mehr die Hose ausziehen. So oder so ähnlich kann es sich je nach Phase abspielen. Wenn das Stillen gerade wieder mehr eingefordert wird (vielleicht vor allem auch nachts), sowieso gefremdelt wird oder der Kuschelbedarf besonders hoch ist, dann macht sich all das oft auch bei Windelfrei bemerkbar. Hier hilft nur gelassen zu bleiben. Denn vielleicht schon morgen ist Papa wieder der große Held, mit dem man so toll Quatsch machen kann.

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück

Macht das Baby gerade einen Entwicklungsschub, lernt es also zum Beispiel zu sitzen, zu krabbeln oder zu laufen, wird Windelfrei in dieser Zeit wahrscheinlich eher mäßig bis gar nicht klappen. Denn: Das Baby hat gerade „Besseres“ zu tun, als zu kommunizieren. Es erobert lieber mal die Welt! Es wird mobil, erhält neue Perspektiven und kommt plötzlich an Sachen heran, an die es vorher noch nicht herankam. In die Windeln zu machen kann jetzt für ihn der sichere Hafen bedeuten. Es muss das Neuerlernte erst einmal in Ruhe verarbeiten können, dann erst kann Windelfrei wieder funktionieren.

Alles nur eine Phase – aber bitte ohne Druck!

Windelfrei kann, muss aber nicht funktionieren. Babys wollen kooperativ sein, aber manchmal können sie das einfach gerade nicht sein. Ob Entwicklungsschub, Wachstumsphase oder Krankheit: Wenn Windelfrei gerade nicht klappen will, dann muss es das auch nicht! Auf Biegen und Brechen wird einem das sowieso nicht gelingen. Auch in Sachen Windelfrei gilt: Alles ist nur eine Phase. Je gelassener man dabei bleibt, desto schneller geht diese auch wieder vorbei. Das Wichtigste ist also, dass man stets entspannt bleibt. Funktionieren auch die Tipps von oben nicht, dann sollte man ganz bewusst eine Pause machen, wieder zurück auf Start gehen und sein Kind beobachten.

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