Wie ich als Mutter nie sein wollte und warum ich doch so wurde

In der Schwangerschaft macht man sich viele Gedanken. So oder so soll es später einmal mit Kind werden. Dass alles ganz anders kommt, das lernt man erst später. Dann, wenn das Kind da ist. Ich hatte schon vor meiner Schwangerschaft mit Krümel immer viel Kontakt mit Kindern, auch mit Babys. Und ja, oft habe ich mir insgeheim gedacht, das mache ich später aber definitiv mal anders. Pustekuchen. Heute kann ich über meine damaligen Gedanken nur schmunzeln. Mensch, war ich naiv.

„Bitte nicht noch so eine Öko-Mama“ vs. Windelfrei und Birkenstock

„Ihr lebt ja total normal, überhaupt nicht so alternativ wie ich dachte!“, das hat uns kürzlich eine Bekannte an den Kopf geworfen, als sie zum ersten Mal bei uns daheim war. Und da dachte ich mir, wie alternativ wirken wir denn bitte nach außenhin? Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, machen wir Windelfrei und auch das Thema Langzeitstillen ist uns nicht fremd. Warum auch immer dachte sich unsere Bekannte, dass wir statt Türen überall Vorhänge hätten und in jedem unserer Zimmer Räucherstäbchen munter vor sich hin brennen würden. Weder das eine noch das andere trifft auf uns und unsere Wohnung zu. Irgendwie ist das schon lustig. Früher habe ich bei dem Anblick von Stoffwindeln und Tragetüchern oft gedacht: „Bitte nicht noch so eine Öko-Mama“. Zwei, drei Jahre später habe ich ein Windelfrei Baby, das liebend gern im Tragetuch durch die Weltgeschichte getragen wird, das auch mit über einem Jahr gestillt wird und ich selbst trage doch tatsächlich seit letztem Sommer auch noch Birkenstock-Sandaletten. Urteilt bitte erst, wenn ihr Letztere selbst einmal anprobiert habt… Auf jeden Fall bin ich irgendwie öko bzw. alternativ geworden. Was ich heute eigentlich als gut betrachte, nur so richtig gewollt hatte ich das nie. Es hat sich halt mit Kind alles so ergeben.

Verständnis statt starre Regeln

Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es noch so einige Ansichten, die sich bei mir mit dem Mutterdasein absolut verändert haben. Vor Krümel hätte ich mir nie vorstellen können, länger daheim zu bleiben. Einfach „nur“ Mama und Hausfrau zu sein. Als Mama bist du nie nur Mama, das weiß ich heute. Die Stunden, Tage, Wochen verfliegen nur so. Und ich genieße die Zeit mit meinem Kleinkind, das viel zu schnell groß wird. Früher war ich zum Beispiel auch der Meinung, dass man mit einem (Klein-)Kind nicht lange herumdiskutiert, sondern klare Regeln aufstellt und diese eisern einhält. Sonst tanzt dir das Kind später ja auf dem Kopf herum. Heute sehe ich das total entspannt. Ich versetze mich in die Lage von Krümel und versuche ihn zu verstehen. Während für mich als Erwachsene zum Beispiel klar ist, dass man Spielzeug nicht auf den Boden wirft, bricht für Krümel eine Welt zusammen, wenn es ihm plötzlich weggenommen wird. Das tolle Gefühl, wenn es fällt, das Geräusch, das dabei entsteht, das freudige Gefühl… und plötzlich wird Mama laut, reißt das Spielzeug aus der Hand und schaut so böse. Überhaupt braucht man als Mama jede Menge Geduld, viel Nerven und muss sich nun mal der jeweiligen Situation anpassen, also auch mal auf etwas verzichten. Thema Schlafen ist da auch so eine Sache. Immer wieder einmal habe ich früher am Rande mitbekommen, dass das oder jenes Kind noch im Bett seiner Eltern schläft, auch mit zwei, drei oder mehr Jahren. Fand ich komisch. Heute mit Krümel neben mir liegend kann ich mir nichts Schöneres als ein Familienbett vorstellen. Und wie lange auch Krümel das so sieht – tja, wir werden sehen. Auch da bleiben wir entspannt und kalkulieren nicht herum. Denn mit Kind lässt sich nun mal nichts planen. Das weiß ich heute als Mama. Öko hin oder her.

Erkennt ihr euch auch manchmal nicht wieder? Wie hat euch das Mamasein verändert? Ich bin auf eure Antworten gespannt!

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