Warum ich nicht „nur“ Mama und Hausfrau, sondern auch ziemlich glücklich damit bin

Krümel ist jetzt ein Jahr alt und ich bin immer noch zu Hause. Ursprünglich wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon wieder arbeiten. Wenn auch nur Teilzeit von daheim aus. Aber immerhin arbeiten. Natürlich ist mit Kind wieder einmal alles ganz anders gekommen.

Fremdbetreuung – ja oder nein?

Vor Krümel konnte ich mir nicht vorstellen, „einfach“ nur daheim zu bleiben. Wobei ich zum Beispiel Kitas schon immer kritisch beäugt habe. Ich persönlich (Achtung, das ist meine persönliche Meinung!) finde es deutlich zu früh, wenn unter Einjährige schon 30 bis 35 Stunden in der Woche fremdbetreut werden. Allein der Gedanke, dass ich nicht die ersten Schritte, die ersten Worte meines Kindes mitbekomme, würde mich wahnsinnig traurig machen. Natürlich hat jedes Kind eine andere Entwicklung, ist unterschiedlich weit und für einige ist die Kita bestimmt die bessere Alternative. Wenn Mama daheim die Decke auf den Kopf fällt bzw. mit der Situation unglücklich ist, dann merken das auch schnell die Kleinen. Und selbstverständlich gibt es (leider) viele Familien, die sich die Frage, ob Kita oder nicht, gar nicht erst stellen können, in denen einfach beide Elternteile arbeiten müssen. Deswegen verurteile ich Kitas prinzipiell nicht. Für uns hat sich die Frage (zum Glück) nie richtig gestellt. Wir möchten Krümel die ersten zwei bzw. drei Lebensjahre nicht fremdbetreuen lassen. Und zum Glück können wir es uns auch finanziell leisten, dass nur einer von uns arbeiten geht.

Von zu hohen Erwartungen an sich selbst

Schon mit wenigen Wochen wussten es alle um mich wieder einmal besser. Noch sei ich vielleicht glücklich, zu Hause zu sein. Aber schon bald, da waren sich alle einig, würde mir die Decke auf den Kopf fallen. Das war auch oft das Hauptgesprächsthema unter Müttern auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke. Wie man nur schnellstmöglich von zu Hause raus und wieder zurück an den Arbeitsplatz kommen könnte. Zwischen all den wusligen Kindern saßen da also die Mütter, die auf all das einfach keine Lust mehr hatten. Mir ging und geht es so nur an äußerst stressigen Tagen. An Tagen, an denen ich mir selbst einfach zu viel vornehme und dann einsehen muss, dass man mit Kind nun mal nicht mehr so viel schafft wie in dem Leben davor. Dann weiß ich, ich muss meine eigenen Erwartungen wieder herunterschrauben. Denn ich genieße die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn in vollen Zügen.

Glück ist Familie

Ich liebe es, mit ihm auf den Spielplatz oder spazieren zu gehen, Bücher zu lesen und ihn in den Schlaf zu kuscheln. Okay, es gibt eben auch diese Tage, an denen es draußen stürmt und man sich nicht hinaustraut. Tage, an denen man nichts mit sich oder anderen anzufangen weiß. An denen mit Kind alles anstrengend und nervig ist. Aber die Decke ist mir noch nie so richtig auf den Kopf gefallen. Ein Wunder eigentlich bei all dem Haushalt und dem Erziehungskram, oder? Tatsächlich ändert sich all das mit einer Arbeit nicht – der Schwerpunkt verschiebt sich lediglich. Nach einer 40-Stunden-Arbeitswoche warten immer noch der volle Wäschekorb, die Krümel auf dem Küchenboden und der leere Kühlschrank auf einen. Und auch Mama ist man nach Feierabend immer noch. Natürlich möchte und werde ich auch wieder nach meiner Elternzeit arbeiten. Dann, wenn wir für die Betreuung unseres Sohnes eine passende Lösung gefunden haben. Dann, wenn Krümel von sich aus soweit ist. Dann, wenn ich soweit bin. Für uns passt es aktuell eben genau so wie es ist. Auch, wenn das nie so geplant war. Aber ja, ich bin gerade gerne einfach „nur“ Hausfrau und Mutter.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen bei WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: