Kann man sich über die Fortschritte seines Kindes zu sehr freuen?

Das erste Krabbeln, die ersten Gehversuche und die ersten Worte – gerade im ersten Babyjahr lernen Babys so viel in so kurzer Zeit. Gefühlt kommt man da mit dem Beobachten und Staunen kaum noch hinterher. Als Mama eines Babys freut man sich über jedes kleine Glucksen und niedliche Lachen, ja sogar über jeden knuffigen Pups wie wahnsinnig. Dieses winzige Wesen mit all seinen Eigenarten macht uns so glücklich – einfach, weil es da ist. Es gibt doch nichts Vergleichbares, das einen als Eltern so sehr mit Stolz erfüllt wie die Entwicklung des eigenen Kindes, oder? Und doch gibt es immer wieder Stimmen von außen, die einem einreden, dass man sich ein bisschen zu sehr über die Fortschritte seines Kindes freut. Stimmt diese Aussage oder nicht?

„Wow, unser Baby läuft jetzt!“

Als unser Krümel das selbstständige Laufen für sich entdeckt hat, waren wir außer uns. Nicht etwa, weil er das wahnsinnig früh gemacht hat, sondern weil es ein so großer und bedeutsamer Schritt war. Es war plötzlich spürbar, dass das eigene Baby so langsam ein Kleinkind wird. Auf einmal lief einiges wortwörtlich ganz anders ab. Klar, denn für Krümel hatten sich mit dem Laufen eben ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet. Wow, unser Baby lief jetzt – was für ein bedeutsamer Entwicklungsschritt! Das sahen aber einige aus unserem engsten Umkreis nicht ganz so euphorisch. Jedes Kind würde irgendwann laufen, das wäre ja ganz normal, warum also diese Freude? Ob wir uns da nicht in etwas hineinsteigern würden? Wir waren erst einmal baff. Wir hatten weder eine „Hey, Krümel läuft!“-Party organisiert, noch sind wir freudig schreiend durch die Straßen gezogen. Wir hatten es lediglich in einem Gespräch erwähnt – das aber natürlich mit einem breitem Grinsen und stolzgeschwellter Brust. Wie reagiert man auf so eine Aussage? Noch dazu, wenn sie nicht von einem Fremden kommt? Und verdammt noch mal: Hatten wir uns wirklich zu sehr über diesen Entwicklungsschritt gefreut?

„Warum sind wir nur so kritisch mit uns selbst?“

Da waren sie also wieder: Diese kleinen gemeinen Stimmen im Ohr. Warum lassen wir uns als Eltern so viel einreden, uns so sehr verunsichern wie niemals zuvor und später nie wieder in unserem Leben? Warum sind wir nur so kritisch mit uns selbst und unserer Erziehung bzw. unserer Einstellung den eigenen Kindern gegenüber? Fakt ist: Wir Eltern dürfen uns über die Entwicklung unseres Babys freuen! Es ist toll, wenn wir uns dafür begeistern können und unsere Kleinen auf ihrem Weg begleiten. Jeder empfindet letztlich so, wie er empfindet. Und kein Außenstehender hat sich diesbezüglich einzumischen. Als Eltern sind wir stolz auf jeden Schritt unserer Kind und das ist auch gut so. Manchmal müssen wir einfach ein wenig selbstbewusster werden – für uns und unsere Kinder.

Ihr habt vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr mit Kritik umgegangen? Und wie habt ihr reagiert?

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