Sicher genug? Zu eng und gefährlich? Wird das Baby so verwöhnt? Unser Familienbett im Check

Mein Mann und ich lieben es natürlich, als Paar zusammen in einem Bett zu schlafen. Wir genießen es, nach einem anstrengenden Tag miteinander zu kuscheln, den Herzschlag und die Wärme des anderen zu spüren. Den so vertrauten Duft des anderen zu riechen. Würde ich meinem Mann erklären, dass er heute Abend nicht bei mir im Bett schlafen kann, weil er ja schon groß sei und ich ihn nicht zu sehr verwöhnen möchte, dann würde ich wohl mehr als nur einen verwunderten Blick erhalten. Aber bei einem kleinen, hilflosen Geschöpf ist das okay? Warum?

Unser Baby schläft bei uns

Ich kann es heute noch nicht verstehen, warum ein Neugeborenes alleine in einem Bettchen in einem anderen Raum schlafen soll. Schon in der Schwangerschaft mit Krümel wusste ich intuitiv: Unser Baby schläft bei uns. Aber wisst ihr was? So selbstverständlich wie ich dieses Gefühl schon ganz früh tief in mir gespürt habe, so krass waren die Reaktionen unseres Umfeldes. Ich weiß noch genau, wie ich schwanger erzählt habe, dass wir erst einmal ein Beistellbettchen an unser Bett stellen möchten (damals war die Idee des Familienbettes noch nicht geschlüpft). Schockierte Gesichter, Zweifel, Ärger, Verständnislosigkeit und ja auch Abscheu trafen mich. Und mit dem Beenden meines Satzes ging es auch schon los. Mir wurde erklärt, warum wir das nicht dürften, wie sehr wir uns und unserem Kind damit schaden würden und überhaupt, wie falsch das sei. Das Kind müsse von Anfang an lernen, alleine zu schlafen. Ich bin heute noch dankbar, dass mein Mann das schon damals genauso wie ich sah: Das Baby schläft bei uns. Wir hörten zum Glück auf unser Bauchgefühl und auf den Bauchzwerg. Heute schlafen wir zusammen auf fast drei Meter. Doch bis dahin war es ein weiter Weg.

Von romantischen 1,40 Meter zu einem selbst gebauten XXL-Familienbett

Mit Krümels Geburt wurde auch unser Familienbett geboren. Im Beistellbettchen, so wie wir das in der Schwangerschaft geplant hatten, schlief Krümel keine ganze Nacht. Die ersten Tage und Nächte verbrachte der kleine Mann größtenteils auf unserer Brust. Und wenn wir ihn dort hinein einmal ablegen wollten, wurde er unruhig und schimpfte. Körperkontakt ist nun mal um einiges besser, fand Krümel. Recht hatte er. Und so schliefen wir also im Wochenbett zu dritt auf romantischen 1,40 Meter. Irgendwann wurde es uns so doch ein wenig zu romantisch und ein neues Bett musste her. Denn ein Familienbett macht nur Freude, wenn jeder auch für sich genug Platz hat. Nach einer Zwischenlösung von 1,80 Meter kam mein Mann auf die Idee, selbst ein Familienbett zu bauen. Groß sollte es sein, stabil und natürlich auch bequem. Und das wurde es auch. Das Beste: Es lässt sich später einmal ganz einfach und schnell wieder teilen, so dass wir weiter auf 1,80 Meter schlafen und Krümel dann seine eigenen 0,90 Meter für sich hat. Und so schlafen wir heute auf fast drei Metern. Unser Familienbett ist aber nicht einfach nur ein Bett. Es ist ein Zufluchts-, Vorlese- und ein Kuschelort. Und natürlich lassen sich darauf auch ganz toll Purzelbäume machen!

Vorteile und „Gefahren“ eines Familienbettes

Ein Familienbett ist toll! Klar, sonst würde ich ihm nicht einen eigenen Artikel hier auf dem Krümel Blog widmen. Aber mal ganz im Ernst: Ein Familienbett schafft Nähe und Sicherheit. Es verbindet und stärkt. Und es ist unheimlich praktisch. Zum Beispiel beim Thema Stillen. Während andere Eltern nachts im Dunkeln durch die Wohnung tapsen, um das Kind im anderen Zimmer zu füttern, läuft bzw. lief es hier im Familienbett ganz anders. Wenn Krümel neben mir unruhig wurde, wurde ich davon wach (das liegt übrigens auch an den Hormonen – super Nebeneffekt, oder?) und konnte ich gemütlich im Liegen stillen oder ihn am Bettrand mit Töpfchen abhalten (wer nicht weiß, was damit gemeint ist, einfach mal hier reinlesen). Zusammen unter der warmen Decke kuschelnd sind wir dann meistens direkt wieder eingeschlafen. Ja, wir haben eine Decke verwendet und ja, ein Baby schläft angeblich in einem (passendem!) Schlafsack sicherer. Krümel hat sich früh gegen Schlafsäcke gewehrt, er wollte frei strampeln können und hat es oft lieber vorgezogen, unter Mamas oder Papas Decke mit zu kuscheln. Übrigens wäre dies mit Schlafsack lebensgefährlich gewesen – wegen Überhitzung! Wir haben seine Decke immer an den Seiten unter seinen Körper festgesteckt, so dass er sich sie nie selbst hochziehen hätte können. Außerdem haben wir ihn zudem nie alleine mit Decke schlafen lassen. Für uns war es so richtig. Überhaupt sollte ein Baby nie alleine in einem offenen Bett schlafen. Auch Neugeborene können sich mit viel Glück bzw. Pech drehen und somit hinunterfallen. Auch ein Familienbett kann zum Beispiel mit einem Herausfallschutz gesichert werden.

Für wen ein Familienbett etwas ist und für wen nicht

Prinzipiell ist ein Familienbett die natürlichste Sache, die es gibt. Schon immer hat ein Baby bei seiner Mama bzw. seiner Familie geschlafen. Wenn nicht, hat dies den sicheren Tod für das Kleine bedeutet. Auch in der Tierwelt werden schlafende Babys nicht abgelegt bzw. nicht in eine andere Höhle, Nest, oder Bau gebracht. Dennoch gibt es auch Ausschlusskriterien. Um gemeinsam und nebeneinander zu schlafen, sollten Eltern zum Beispiel nicht rauchen und keine Drogen konsumieren. Auch Alkohol trinken ist untersagt. Zum einen liegt das daran, dass man zu tief schläft und so auf das Baby rollen könnte. Und zum anderen ist es aufgrund des Alkohols im Atem gefährlich, das Baby direkt anzuatmen. Übrigens: Keine Sorge, dass ihr aus Versehen im Schlaf auf das Baby rollt. Wie oft habt ihr das schon bei eurem Partner getan, mit dem ihr jede Nacht das Bett teilt? Tatsächlich sorgen außerdem auch Hormone, die durch die Geburt und das Stillen ausgeschüttet werden dafür, dass ihr dies intuitiv vermeidet bzw. sofort wach werdet, wenn das Baby unruhig wird.

Unser Fazit

Krümel wird nun bald drei Jahre alt und schläft seit dem ersten Tag bei uns im Bett. Er ist ein selbstsicheres, charakterstarkes und lebensfreudiges Kind. Ganz sicher wurde er durch unser Familienbett nicht verwöhnt, sondern viel mehr gestärkt. Nähe, Körperkontakt und Liebe kann es gar nicht zu viel geben, wenn es für beide Seiten so stimmig ist. Wir leben im 21. Jahrhundert, arbeiten an selbstfahrenden Autos und können unser Geschlecht operativ anpassen und doch haben wir immer noch Angst, dass unser Kind ein Tyrann wird, wenn wir ihm zu viel Liebe schenken? Ernsthaft? Die Zeiten sollten doch nun wirklich vorbei sein. Wir lieben jedenfalls unser Familienbett und die damit verbundenen gemeinsamen Momente. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem Krümel in seinem eigenen Bett einschlafen wird und auch das ist okay. Denn ganz ehrlich: Er wird nicht noch mit 18 Jahren bei uns im Bett schlafen. Auch so eine unbegründete Sorge. Und wenn doch, werde ich darüber berichten 😉

Wie und wo schläft euer Kind? Habt ihr schon ein Familienbett oder seid ihr noch auf der Reise dorthin? Lasst mir gerne einen Kommentar dar!

 

 

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