Unser Beikoststart im Rückblick: Das ist unser Fazit zu Breifrei & Baby-led Weaning

Hier seht ihr ein Vorher-Nachher-Bild: Gedünsteter Kürbis mit Hackfleisch-Tomatensauce und Nudeln. Das war ein typisches Essen, das wir Krümel mit etwa einem halben Jahr serviert haben. Heute ist Krümel ein Kindergartenkind und is(s)t schon lange selbstständig. In diesem Artikel blicken wir auf unseren Beikoststart zurück und ziehen ein Fazit zu Breifrei und Baby-led Weaning.

Der Anfang: Krümel will jetzt auch mitessen!

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie wir alle am Esstisch saßen, mein Mann und ich aßen und Krümel uns vollgesabbert und mit großen Augen beobachtete. Jeder Bissen von uns wurde genauestens verfolgt, seine kleinen Händchen fuchtelten in der Luft herum und er quiekte vor sich hin. Damals war er keine vier Monate alt. Wenig später, mit genau vier Monaten, durfte er dann selbst zugreifen am Esstisch (gedünstete Karottensticks). Wir Neulingseltern hatten das Okay vom Kinderarzt, dass Krümel bereit für Beikost wäre. Er erfüllte alle Reifezeichen diesbezüglich, also er konnte stabil alleine sitzen, seinen Kopf auch länger alleine halten und einen Zungenstoßreflex hatte er auch nicht mehr. Und Interesse am Essen, das zeigte Krümel ja definitiv! Natürlich hatte ich mich zuvor intensiv mit dem Thema Beikosteinführung auseinandergesetzt. Und ganz ehrlich: Ich war ziemlich geschockt, welchen „Plan“ ich als Mutter da zu erfüllen hatte. In Zeitraum X bis Y Monaten hat das Kind mit dem Essen zu beginnen. Gestartet wird mit dem Gemüsebrei X, gefolgt nach Y Wochen von Brei Z und so weiter und fort. In anderen Ländern sind es übrigens ganz andere Gemüsesorten oder gar Nahrungsmittel, mit denen Babys das Essen „antrainiert“ wird. Komisch, vertragen indische Babys etwa andere Nahrungsmittel als südamerikanische? Wir verstanden nicht ganz, warum es einen festen Plan geben solle, was Babys wann zu essen haben. Sind wir mal ehrlich: Wir Erwachsenen entscheiden doch auch meistens spontan, was wir essen möchten, also worauf wir gerade Lust haben. Wir sind bei den Recherchen dann auch auf Breifrei (schaut gerne mal bei Breifreibaby vorbei, das Interview mit ihnen findet ihr hier) und Baby-led Weaning gestoßen (was die genauen Unterschiede sind, könnt ihr hier nachlesen) und schnell hatten wir uns damit sehr wohlgefühlt und beides in die Tat umgesetzt.

Warum wir von Baby-led Weaning und Breifrei überzeugt sind und welche Babys dafür geeignet sind

Zugegeben, diese Überschrift ist provokant. Denn ganz ehrlich: Meiner Meinung nach sind alle Babys für Breifrei bzw. Baby-led Weaning geeignet. Es sind eher die Eltern, die es vielleicht nicht sind. Ja, vor allem Baby-led Weaning ist dreckig, manchmal frustrierend (da kocht man extra etwas babygerecht mit und dann wird es verschmäht) und oft genug ein wildes, buntes Chaos an Kleidung, Stuhl, Tisch und auf dem Boden. Aber Baby-led Weaning und auch Breifrei bedeuten Freiheiten für das Baby. Es kann testen, riechen, sehen und natürlich vor allem schmecken, sich ausprobieren, frei wählen. Es bekommt keinen Einheitsbrei automatisch in den Mund geschaufelt, muss keine exakte Menge zu sich nehmen, keine Nahrungsmittel-Reihenfolge einhalten und kann sein Tempo selbst bestimmen. Es sind meiner Erfahrung nach oft ängstliche Eltern, die diesen Themen gegenüber skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen (Stichworte Erstickungsgefahr, verschlucken, Allergien und nicht zuletzt sei auch der Zeitaufwand hier zu nennen). Dabei sind es ironischerweise gerade diese Punkte, weswegen wir uns unter anderem für Breifrei und Baby-led Weaning entschieden haben. Wenn wir jetzt aber mal alle Fakten, all unser Wissen (oder das der Baby-Industrie) und das, was andere uns sagen beiseitelegen und uns nur auf unser Kind fokussieren, dann ist es doch eigentlich das Natürlichste überhaupt. Das Baby probiert aus und tastet sich wortwörtlich langsam an unser Essen heran. Krümel hatte rückblickend gesehen einen wahnsinnigen Spaß am Essen und wir beim Beobachten. Heute ist er weder fremden Essen gegenüber offener als andere Kinder noch ist er ein Alles-Esser. Aber er steht immer für seine Grenzen ein und er hat ein unglaublich gutes Körpergefühl. Er fühlt genau, was sein Körper gerade braucht und was nicht und sagt das auch. Heute können wir gar nicht mehr nachvollziehen, warum man seinem Kind nicht einen offenen und freien Zugang zum Essen anbietet. Wir würden uns jedenfalls immer wieder für Breifrei und Baby-led Weaning entscheiden.

Und jetzt seid ihr dran: Verratet doch mal, was ihr von Breifrei und Baby-led Weaning haltet. Habt ihr eines oder beides schon mal ausprobiert?

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